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Guten Abend. Hier bin ich und hier sage ich etwas.
Mehr gibt's dazu nicht zu wissen.

9.7.07 23:36


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"Nur zwei Jacken, bitte!"

Im Hinterzimmer des Stattcafés befinden sich zwei Kleiderhaken. Angebracht an einer in den Raum hineinragenden Ecke, jeder auf einer Seite. Obwohl sie einander eindeutig verbunden sind, durch die gleichen Schicksale und die gleiche metallene Querstrebe, wenden sie sich voneinader ab. Clara ist dem Raum und der verspiegelten, gegenüberliegenden Wand zugewandt, während Pietro stur an der anderen Wand entlangstarrt. Ob die beiden wirklich Clara und Pietro heißen? Woher soll ich das wissen? Ich weiß nicht, ob Kleiderhaken getauft werden, mit Schmieröl vielleicht, aber was sollte man an einem Kleiderhaken schmieren? Vielleicht suchen sie sich ihre Namen auch selbst aus, wer weiß? Natürlich ist meine Namenswahl schon deshalb problematisch, weil ich nicht weiß, wer von den beiden Männchen oder Weibchen ist. Lässt sich allerdings auch nur schwer rausfinden, ohne die Intimssphäre der beiden zu verletzen. Falls es sich allerdings so verhalten sollte, wie ich mit meiner Namenswahl festgesetzt habe, wäre es ja durchaus im Rahmen des Möglichen, dass das im Sinne der zwei ist, nicht wahr? Vielleicht heißen sie ja gerne Clara und Pietro... mich soll's nicht stören. Außer natürlich, wenn Sie wirklich getauft sind. Mit Schmieröl möglicherweise. Was sich wiederum wahrscheinlich recht leicht feststellen ließe... Ich habe meinen Kaffee ausgetrunken. Meine Jacke habe ich nicht an Clara oder Pietro gehängt, nach all dem, was ich nun über sie weiß, wäre mir das despektierlich vorgekommen.
Aber falls einer von euch mal in's Stattcafè in der Grempstraße in Frankfurt kommt und sich im Hinterzimmer niederlässt, kann er Clara oder Pietro ja in Anspruch nehmen und mir nachher sagen, ob seine Jacke oder sein Mantel Schmierölflecken aufwies. Aber dann auch bitte mit Champagner anstoßen, ja?

10.7.07 01:53


Da geht man so...

...und dann ging es mir so. Jaja, sinn- und inspirationsfrei sitze ich hier, und das am zweiten Tag meines putzigen kleinen Zweitblogs! Denn mir ging es so: Ich überquerte eine Straße. Das ist etwas, was man hin und wieder tun sollte, denn selbst, wenn man neben DER Einkaufstraße des Stadtteils wohnt, ist es bisweilen hilfreich, die Welt jenseits des autobefahrenen Asphalts zu besuchen. Oder jenseits des Kopfsteinpflasters, im Falle der Leipziger Straße zumindest. Nun ja, was soll ich sagen? Ich überquerte die Straße, es war sogar ein Zebrastreifen vorhanden, den ich in freier Auslegung seiner Dimensionen möglicherweise einmal streifte und ich erlangte auf der anderen Seite keine  Erkenntnisse über die Trennung der Weltbürger durch Straßen und die Wichtigkeit von gestreiften Pferdeverwandten, um Brücken zu schlagen zwischen Arm und Reich. (Übrigens: Falls jemanden der wunderbare Cartoon zu Zebrastreifen interessiert, den ich aus Urheberrechtsgründen natürlich nur unter der Hand respektive Pfote weitergeben werde, möge er sich melden.) Vielmehr fiel mir etwas auf. Etwas, mit dessen ausformulierter Weisheit ich euch alle zu erquicken dachte, um euch den Tag und die Ungerechtigkeit der Menschheit leichter ertragen zu lassen. Es war groß, es war rein, es war vollkommen. Und dann ging es mir so: Ich habe es vergessen. Tut mir Leid, ist nicht zu ändern. Möglicherweise hätte ich es einfach notieren sollen, aber wer denkt an sowas, wenn er eine Änderung der bestehenden Verhältnisse bezüglich der Haltbarkeit von Trockenobst, der Einführung von Chiliwurzeln als alleiniges Zahlungsmittel und die polizeiliche Verfolgung von Dosenwerfbudenbesitzern wegen Dosenpfandhinterziehung anstrebt? Es wird sicher etwas derartiges gewesen sein und die Folgen wären schon damals fürchterlich. Durch die allzu lebhafte Beteiligung der untersten Schichten der Bevölkerung falscher Text. Also, es hätte bestimmt ziemlich viel ausgemacht. Aber es hat nicht sollen sein. Schade und für morgen auf ein Neues.

10.7.07 21:08


Und nun doch GROß...

Irgendwann werden die Kinder erwachsen und man muss sich von ihnen losreißen, zulassen, dass sie selbstständig werden und sich ihren Platz in der Welt suchen. Ich habe zwar keine persönliche Erfahrung zu diesem Thema, aber wenn dem tatsächlich so ist, kann ich diese Gefühle bestens nachvollziehen. Das ß ist erwachsen geworden. Ja, ich konnte es nicht verhindern, es hat mich auch niemand gefragt, das gebe ich ebenfalls zu; aber genau diese Gefühle plagen mich jetzt. Das kleine niedliche ß, dass seit Jahren bei mir lebte und mit mir arbeitete, dessen Hochs und Tiefs ich mitbeobachten durfte, wie es sich von manchen anderen langjährigen Begleitern lösen durfte, an denen es nur wegen überkommener und angestaubter Regeln und Festsetzungen festhalten musste, das nie ganz am Anfang stehen durfte und das eigentlich auch nie wollte, das unter meinen wohlwollenden Augen die ruhigeren Töne bevorzugte, das sich von Gebrüll distanzierte, wo es nur konnte, und Vertretungen zur Hilfe heranziehen musste, wenn es ihm zu laut wurde oder ihm kein Platz vorgesehen war im Spektakel der Schrifttypen, genau dieses ß ist jetzt groß. Oder GROß. All das, was es vorher zu vermeiden suchte, wie Ausrufe im Stile von ACH, DU GROßER GOTT! oder ähnliches, alles, was früher die zwei großen Brüder Versaldoppel-s für es erledigten, für all das wird es jetzt selbst verantwortlich gemacht. Nach hunderten von Jahren, in denen es still vor sich hin lebte in den Spitzbogenschriften, in denen Versalien, außer am Wort- und Satzanfang, nicht vorgesehen waren, wurde es durch den Schriften-Erlass von '42 erstmals ernsthaft mit der Idee von wortdurchgängiger Großschreibung, zum Beispiel bei Kapitälchen, nur aus Versalien bestehenen Schriftarten, konfrontiert. Aber es behauptete sich. Die beiden großen Brüder wurden bemüht im Notfall und immer konnte ich stolz darauf verweisen, es gäbe kein Versal-ß in der deutschen Sprache. Und in den anderen logischerweise auch nicht. Aber meinen Stolz hat das ß mitgenommen, als es durch den Beschluss des ISO-Fachgremiumsein ß wurde... wobei das ß sich vorerst nicht besonders vom ß unterscheidet. Nur meine Tastatur versteht mich und mein Leid, meine Verwirrung, schreibt sie doch jedesmal, wenn ich sie um ein Versal-ß bitte, ein ?. Vielmehr als das habe ich dazu auch nicht mehr zu sagen.
11.7.07 00:42


...und bloß nicht stehen bleiben!

Eine faszinierende Gattung, diese Jogger. Der Natur zu Diensten, und das in mannigfaltiger Art und Weise, rennen sie durch Feld, Wald, Stadt und die Bewusstseine von uns normalsterblichen Fußgängern. Ein kleines Gedankenexperiment zur Mentalität des Nullachtfuffzehnjoggers von nebenan. Für eine glücklicherweise beschränkte Zeit schlüpfen wir in die Rolle, den Geist und das Verhaltensmuster von Frank W., 42 Jahre alt, seit 52 Monaten Jogger. Wenn er (bzw. wir, gewöhnt euch schonmal dran!) so zurückblickt, scheint ihm das eine lange Zeit, angefüllt mit den seltsamen Erlebnissen, von denen wir jetzt allerdings gar nichts wissen wollen, immerhin geht es uns um eine völlig normalen Tagesablauf des Frank W. bzw. genaugenommen um den normalen Ablauf eines morgendlichen Ausflugs in die Wälder und Wiesen rund um seine Heimatsta... sein Heimatka... sein Heimatdor... herrjeh, rund um seine Wohnstatt. - - - 13:50 - Frank W. verlässt sein kleines Reihenhaus am östlichen Rand der Ortschaft L. und begibt sich auf den Waldweg, der ihn ohne nennenswerte Umwege in, ja, einen Wald führt. 13:53 - Frank W. überquert die für Reiter freigegebene Schlammgrube ohne nennenswerte Vorkommnisse, er hat nur ein leises Summen im linken Ohr, was müssen sich da auch überall Gäule herumtreiben und das auch noch ohne Maulkorb und Schallschutz?! Frank W. ist empört, für die nächsten drei Minuten. 13:56 - Die drei Minuten sind um und Frank W. hat inzwischen seine Lieblingswegkreuzung erreicht. Zwei Wege stehen ihm hier zur Auswahl, der rechte führt zurück nach L. und am örtlichen Tierheim vorbei, der linke tiefer in den Wald hinein zum öffentlichen Grillplatz. Frank W. entscheidet sich gegen den linken, um diese Uhrzeit ist da noch niemand und manchmal schlägt die wäldliche Stille ihm auf's Gemüt. 14:01 - Wie erwartet, haben die Köter im Tierheim Frank W. mal wieder kaum passieren lassen, ein unerträgliches Gebell, das eindeutig dazu angelegt war, ihn stante pede wieder in den Wald zurückzutreiben, ist ihm entgegen geschallt und nur durch eigene Lautäußerungen, natürlich auch in angemessener Lautstärke, konnte er diesen impertinenten Angriff auf seine Persönlichkeit zurückschlagen. Warum allerdings die Tierpfleger auch noch ihren Senf dazugeben mussten, bleibt ihm nach wie vor schleierhaft. 14:06 - Tatsächlich geschieht lange Minuten wieder nichts erwähnenswertes, doch dann geschieht es. Frank W.s Nase beginnt zu jucken und deutlich spürt er, wie sich, nein, kein Niesen, nur ein größerer Flüssigkeitsaufwand anbahnt. Ein tiefempfundenes Seufzen entringt sich seiner Kehle, denn diese Situation kennt er nur zu gut und obwohl er vorsorglich Papiertaschentücher bei sich trägt, bedeutet es einen großen artistischen Gewaltakt, um eines dieser Papiererzeugnisse in geeignete Nähe zu seiner Nase zu bringen. Nichtsdestotrotz bewältigt Frank W. diese Herausforderung mit Bravour, ist er doch durchaus bereits einer der alten Hasen im Im-Laufen-Nasen-(vorzugsweise-die-eigene)- putzen-und-dabei-auch-noch-eine-gute-Figur-abgeben. Fairerweise muss man anmerken, dass das möglicherweise nicht jeder zufällige Passant so sieht, aber auf dessen Meinung gibt Frank W. natürlich nichts. 14:09 - Frank W. macht sich auf den Rückweg. Da er sich nur wenige Meter von seiner Haustür entfernt befindet, kann ihm also in dieser Hinsicht eine besondere Planungsweisheit attestiert werden. 14:10 - Frank W. überspringt locker und elegant den Gartenzaun. Um die versehentlich zu Bruch gegangenen Blumentöpfe wird sich seine Frau kümmern müssen. Kollateralschaden. - - - Danke, Frank. Das war sehr aufschlussreich.

11.7.07 21:37


Im Vorbeigehen...

...sprang es mich an. So mehr oder weniger. Spezialhass für Anfänger. Herrjeh, was für eine Werbung, durchzuckte es mich. Was für eine Geschäftsidee! Welche Marktlücke! Denn hassen kann, meiner bescheidenen Meinung nach, nicht jeder. Genaugenommen ist mir niemand bekannt, dem ich wirklich "Hass" unterstellen würde. Was ist das eigentlich, "Hass"? Die allseits beliebte Onlineenzyklopädie Wikipedia weiß: "Hass ist die stärkste Abneigung, die ein Mensch empfinden kann – ein Gefühl absoluter und tiefer Antipathie." Nun gut, das ist leicht zu verstehen, aber ist es auch leicht, auszuführen? Denn Wikipedia sagt weiter: "Ausgehend von der biologisch angeborenen Fähigkeit zu intensiven negativen Gefühlen gegenüber einem anderen Menschen wurde der Begriff schon immer auch im übertragenen Sinne verwendet und steht dann allgemein für die stärkste Form der Abwendung von anderen Lebewesen oder Dingen." Wir fangen also schon hier mit Übertragungen an, sprich: Man kann etwas anderes als einen Menschen nicht hassen, zumindest im engeren Wort- und Definitionssinn nicht. Folglich fallen "Ich hasse dieses Wetter.", "Ich hasse Käsenudeln.", "Ich hasse Offenbach." unter die Kategorie Grober Dummfug. Es bleibt uns nur, den Menschen zu hassen, oder nein, genauer: Bestimmte Menschen. Einzelne Personen, die uns durch ihr auf uns negativ wirkendes Verhalten hassenswert erscheinen. Ich will an dieser Stelle nicht abschweifen, darüber nachdenken, wie objektiv solche Empfindungen sind, bewertet doch jeder Mensch die Taten eines anderen anders, nein, ich will an dieser Stelle darüber schreiben, was Hass ist, was Hass bewirken kann und ob ich Hass überhaupt kenne. Den gerade das glaube ich nicht. "Ein Gefühl absoluter und tiefer Antipathie" - absolute Antipathie? Geht's vielleicht noch ein bisschen schwarz/weißer? Existiert, wenn es die absolute Antipathie gibt, auch die absolute Sympathie? Ewige Liebe ohne Hinterfragungen, ohne die klitzekleinsten Schattenseiten? Daran kann ich nicht glauben, niemand ist perfekt. Aber kann dann jemand komplett böse sein? Überhaupt, was ist das für ein Wort, "böse"? Das klingt nach Märchen und elterlichen Ordnungsrufen auf dem Spielplatz, nach Harry Potter und drittklassiger Fantasy. Na gut, eigentlich gibt es in jeder Fantasy den vollkommen Bösen, aber der Ausdruck "drittklassige Fantasy" lässt meine Verachtung noch viel besser zur Geltung kommen. Neinnein, niemand ist ganz "böse" und niemand ist ganz "gut". Somit kann das auch für Beziehungen nicht gelten, für menschliche Gefühle und Verhältnisse. Warum ich aber trotzdem an Liebe glaube? Gute Frage. Ehrlich gesagt, ganz sicher bin ich mir mit der Liebe auch nicht, aber ganz nebenbei: Wer hat dieses Gerücht in die Welt gesetzt, Hass sei das Gegenteil von Liebe? Glaube ich auch nicht. Noch nie was von Hassliebe gehört? Selbst wenn, wie ich ebenfalls glaube, diese Dinge sich teilweise unserer Begrifflichkeit entziehen, so verquer kann nicht mal der menschliche Geist angelegt zu sein. Herrjeh, was rede ich hier? Der menschliche Geist ist zu so gut wie allem fähig. Kompliziert, die Sache, nicht wahr? Und eben deswegen ist die Idee, Kurse im Hassen anzubieten, so genial. Wer wollte nicht schon immer mal pauschal-, ordinär- oder eben spezialhassen? Und dann auch noch diese elegante Unterteilung in Anfänger und Fortgeschrittene! Ob der erfolgreiche Absolvent des Fortgeschrittenenkurses ein Dokument ausgestellt bekommt, dass ihn als "Profihasser" ausweist? Welch durchdachtes System! Ich sollte mich vielleicht sofort anmelden, am Besten in dem von mir gesehenen Kurs Spezialhass für Anfänger... wenn ich der Ansicht wäre, dass es mir oder der Welt oder der Menschheit oder der Gottesanbeterpopulation auch nur im Geringsten weiterhelfen würde. Ja, und wahrscheinlich auch nur, wenn auf dem von mir gesehenen Werbeschild nicht eigentlich Spezialhaus für Anhänger gestanden hätte. Was, mit Verlaub, ein wirklich dämlicher Spruch ist, wenn er auch sehr zu meiner Erleichterung beträgt.

11.7.07 23:56


"Ego ist scheiße - auf Dauer"

Einst warf man mir als Frankfurterin fehlenden Willen zur Konsonantendifferenzierung vor. Dieser Vorwurf wirkt umso absurder, betrachtet man die verbalen Ergüsse des unbekannten Künstlers, der mich vor einiger Zeit erfreute, als ich die Botschaft

 Ego ist scheiße
                        auf Dauer

an der alten Stadtmauer Alsfelds im Vogelsberg las. Man mag sich darüber streiten können, ob ebenjener Ort die passende Lokalität ist, um derartige Meinungssäußerungen an den Mann zu bringen, oder sich fragen, was unseren Mann oder unsere Frau dazu brachte, seine Aussage offenbar nachträglich und in Eile zeitlich gesehen zu korrigieren, und natürlich will ich ihm oder ihr auch nicht die Entscheidungskompetenz in dieser Frage absprechen, aber wie auch immer: Für mich vorrangig bleibt die Bitte, die ich nun an meine geneigten Leser und Leserinnen richten möchte: Sollte jemand von euch den Urheber ebenjener Zeilen kennen, richtet ihm bitte aus, dass niemand ihm seinen Dialekt absprechen möchte, ich als Allerletzte, aber dass er dringend auf sein Schriftbild achten sollte. Eco schreibt sich nunmal nicht mit g, und daran wird auch ein Mittelhesse mit literaturkritischen Allüren etwas ändern können! Auf die Anmerkung, dass die Bewertung des Werkes des italienischen Schriftstellers durchaus anders und ohne fäkale Ausdrücke ausfallen könnte, auch und gerade wegen der Länge der Opera Ecos. Danke.

12.7.07 23:15


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